Ratgeber
Barcode-Scanner für den PC: Handscanner, Webcam oder Bildschirm?
Für viele Barcodes von Papier ist ein USB-Handscanner der einfachste Weg: Er arbeitet am PC wie eine Tastatur und tippt jeden Code in das Feld, in dem der Cursor steht – ohne zusätzliche Software. Für gelegentliche Codes, vor allem QR-Codes, und für Codes, die schon auf dem Bildschirm stehen, genügt eine Software, die per Webcam oder direkt vom Bildschirm liest.
USB- und Bluetooth-Handscanner: der Scanner als Tastatur
Ein Handscanner für den PC arbeitet üblicherweise als Tastatur – man spricht von Tastatur-Emulation oder „Keyboard Wedge“. Windows erkennt ihn als gewöhnliche Tastatur und bringt die nötigen Treiber selbst mit. Jeder gelesene Code kommt als Folge von Tastendrücken an, und zwar dort, wo der Cursor steht: in Excel, im Formular der Warenwirtschaft oder im Suchfeld eines Webshops. Bei vielen Geräten lässt sich einstellen, dass danach die Enter- oder Tab-Taste folgt.
Bluetooth-Modelle verbinden sich über einen eigenen Empfänger am USB-Anschluss oder direkt per Bluetooth und tippen genauso. Daneben haben viele Scanner Betriebsarten für Programme mit eigener Scanner-Anbindung, etwa eine serielle Schnittstelle oder „HID POS“. Für das Eintippen in beliebige Programme ist der Tastaturmodus der übliche Weg.
Beim Kauf auf die Bauart achten: Laserscanner und lineare Scanner lesen Strichcodes (1D) wie EAN oder Code 128, manche auch gestapelte Codes wie PDF417 – QR-Codes und Data Matrix aber nicht. Dafür braucht es einen 2D-Imager, der ein Bild des ganzen Codes aufnimmt.
Eine typische Stolperfalle ist das Tastaturlayout: Der Scanner tippt nach dem Layout, auf das er eingestellt ist. Passt es nicht zum Layout von Windows, kommen falsche Zeichen an – mit deutschem Tastaturlayout zum Beispiel Y statt Z. Abhilfe schafft der Einstell-Barcode für das passende Länderlayout aus dem Handbuch des Scanners.
Ein Handscanner lohnt sich, wenn regelmäßig Codes von Papier, Etiketten oder Waren gelesen werden: anvisieren, Taste drücken, fertig – auch bei vielen Codes am Stück. Dafür braucht jeder Arbeitsplatz ein eigenes Gerät.
Webcam als Barcodescanner – auch die Laptop-Kamera
Ohne zusätzliches Gerät geht es mit der Webcam, etwa der eingebauten Kamera des Laptops: Man hält den Code vor die Kamera, eine Software erkennt ihn im Videobild. Unter Windows 10 und 11 hat schon die Kamera-App von Windows einen Modus dafür: Bei einem QR-Code zeigt sie den Link, bei einem Barcode den Text, den man in die Zwischenablage kopieren kann. Für einen gelegentlichen Code reicht das.
Die Grenzen liegen in der Kamera. Für den Kamera-Barcodescanner von Windows empfiehlt Microsoft eine Kamera mit Autofokus und mindestens 1920 × 1440 Pixeln; Codes mit dünnen Strichen können eine höhere Auflösung brauchen, groß gedruckte Codes gehen auch mit weniger. Eine Webcam mit festem Fokus zeigt den Code nur in einem bestimmten Abstand scharf, und dort ist er oft schon klein. Bei einem Strichcode kommt es auf die Breite jedes einzelnen Strichs an – kleine Strichcodes sind für eine einfache Webcam deshalb schwieriger als ein QR-Code. Gutes Licht und ein ruhig gehaltener Code helfen.
Soll der Code nicht nur angezeigt, sondern gleich in ein Programm übernommen werden, braucht es eine Software, die wie ein Handscanner tippt – mehr dazu unter Tastatur-Emulation.
QR-Code vom Bildschirm lesen: Screenshot, PDF, E-Mail, Videocall
Oft steht der Code gar nicht auf Papier, sondern schon auf dem Bildschirm: in einer PDF-Rechnung, einer E-Mail, auf einer Webseite oder im geteilten Bildschirm eines Videocalls. Dann ist es ein Umweg, einen Scanner auf den Monitor zu richten oder das Handy davorzuhalten. Eine Software, die direkt vom Bildschirm liest, nimmt den Code so, wie er angezeigt wird – ohne Kamera, ohne Unschärfe, ohne Spiegelungen.
In Lupe geht das per Tastenkürzel: In jedem Programm Win+Umschalt+Q drücken und ein Rechteck um den Code ziehen, über alle Monitore; ein Klick ohne Ziehen nimmt den ganzen Monitor. Gespeicherte Screenshots und Bilder öffnen Sie, ziehen sie ins Fenster oder fügen sie mit Strg+V aus der Zwischenablage ein. Eine Grenze gibt es auch hier: Ist ein Strichcode stark verkleinert, etwa in einer halb so großen Vorschau, reicht die Auflösung oft nicht – dann hineinzoomen oder das Original öffnen.
Tastatur-Emulation ohne Handscanner: Codes in Excel und Formulare tippen
Der große Vorteil des Handscanners ist, dass der Code ohne Umweg im richtigen Feld landet. Das kann auch Software: Sie gibt das Ergebnis als Tastatureingabe an das Programm weiter, als hätte jemand den Code getippt – eine Tastatur-Emulation ohne zusätzliches Gerät.
In Lupe heißt diese Aktion „Eintippen“ und wird in den Einstellungen eingeschaltet; ab Werk kopiert Lupe nur in die Zwischenablage. Nach einem Bildschirmscan tippt Lupe in das Fenster, das vor dem Scan aktiv war. Mit der Webcam tippt Lupe jeden erkannten Code in das Programm im Vordergrund – die Webcam arbeitet dann wie ein Handscanner. Auf Wunsch folgt die Enter- oder Tab-Taste. Lupe tippt per Unicode, unabhängig vom Tastaturlayout, sodass Umlaute und Sonderzeichen in einem gewöhnlichen Eingabefeld so ankommen, wie sie im Code stehen.
Die Grenzen: In Programme, die als Administrator laufen, kann Lupe nicht tippen – Lupe erkennt das und meldet es. Programme, die rohe Tastencodes statt Zeichen lesen, etwa manche Remote-Desktop- oder Terminal-Programme, nehmen die Unicode-Eingabe womöglich nicht an; dort hilft Kopieren. Und Steuerzeichen werden nicht getippt, etwa das Gruppentrennzeichen in GS1-Codes; in der Zwischenablage bleibt es erhalten.
Smartphone-App: praktisch unterwegs, umständlich am PC
Die Kamera-App vieler Smartphones erkennt QR-Codes von selbst – für einen Link auf einem Plakat oder einer Verpackung ist das ideal. Wird der Inhalt aber am PC gebraucht, beginnt der Umweg: Das Ergebnis liegt auf dem Handy und muss erst per E-Mail, Chat oder Synchronisation auf den PC.
Apps, die das Handy zum Scanner für den PC machen, gibt es in zwei Arten: Die einen schicken die Codes über das lokale Netz an ein Programm auf dem PC, die anderen melden sich – bei Android ab Version 9 – per Bluetooth wie eine Tastatur am PC an und brauchen dort keine Software. Beides funktioniert, man hat dafür aber ein zweites Gerät in der Hand. Und einen Code, der schon auf dem PC-Bildschirm steht, mit dem Handy abzufotografieren, bleibt ein doppelter Umweg.
Data Matrix und GS1-Codes am PC auslesen
Data Matrix ist der kleine quadratische 2D-Code, der zum Beispiel auf vielen Arzneimittelpackungen in der EU steht. Gelesen wird er wie ein QR-Code: mit einem 2D-fähigen Handscanner, per Webcam oder direkt vom Bildschirm, wenn er in einer PDF oder auf einem Foto steckt.
Lupe liest Data Matrix in quadratischer und rechteckiger Form, dazu GS1-Formate wie GS1-128 und GS1 DataBar – insgesamt 22 Formate. Bei GS1-128 trennt ein unsichtbares Steuerzeichen die Felder variabler Länge: Beim Kopieren bleibt es erhalten, beim Eintippen fällt es weg. GS1 DataBar Expanded gibt Lupe mit den Feldnummern in Klammern aus.
Lupe: Webcam, Bildschirm und Dateien in einem Programm
Lupe ist unser QR-Code- und Barcode-Leser für Windows, Linux und macOS. Lupe bündelt die Wege ohne Zusatzgerät: Codes per Webcam, aus jedem Bildschirmausschnitt, aus Bilddateien und aus der Zwischenablage, in 22 Formaten von QR Code und Data Matrix bis EAN-13 und Code 128. Das Ergebnis wird kopiert, eingetippt oder per Link-Regel als Link geöffnet; alles Gelesene steht im Verlauf, mit CSV-Export für Excel. Für Skripte gibt es die Befehlszeile (Lupe.exe lesen *.png). Lupe arbeitet offline, ohne Telemetrie, und ist kostenlos unter der MIT-Lizenz.
Ehrlich gesagt: Lupe ist eine Vorabversion (0.1.1) und noch nicht signiert – Windows warnt beim ersten Start. Die Kamera ist bisher nur mit einer simulierten Bildquelle getestet, nicht mit einer echten Webcam; sie nutzt ein Bild von etwa 1280 × 720 Pixeln und stellt Fokus und Belichtung nicht selbst ein, kleine Codes gehören also nah an die Kamera. Linux und macOS sind neuer und weniger getestet als Windows: Auf einem echten Mac ist Lupe bisher nur gestartet worden, Bildschirmscan, Eintippen und Tastenkürzel sind dort noch nicht erprobt; unter Wayland hängen sie von Desktop-Portalen ab, die nicht jeder Desktop anbietet. Der Download folgt mit der Veröffentlichung.
Unser Produkt
Lupe – QR-Code- und Barcode-Scanner für den PC
Webcam, Bildschirm per Tastenkürzel, Bilddateien und Zwischenablage – kopieren, eintippen oder als Link öffnen; für Windows, Linux und macOS.
Status: Demnächst · Demnächst
Barcode-Scanner für den PC im Vergleich
| Lösung | Hardware | Kosten | Strichcodes (1D) | QR und Data Matrix (2D) | Tippt in Programme | Offline |
|---|---|---|---|---|---|---|
| USB- oder Bluetooth-Handscanner | Scanner je Arbeitsplatz | Kauf des Geräts | ja | nur mit 2D-Imager | ja, als Tastatur | ja |
| Webcam mit Software | Webcam, oft eingebaut | je nach Software | eingeschränkt, kleine Codes schwierig | ja | je nach Software | je nach Software |
| Software für Bildschirm und Dateien | keine | je nach Software | ja, wenn groß genug angezeigt | ja | je nach Software | je nach Software |
| Smartphone-App | Smartphone | oft kostenlos | je nach App | ja | nur mit passender App: über das Netz oder als Bluetooth-Tastatur | je nach App |
| Lupe (ICT Baden) | keine, Webcam optional | kostenlos unter der MIT-Lizenz | ja; per Webcam eingeschränkt (Bild um 1280 × 720) | ja | ja, mit Ausnahmen wie Administrator-Fenstern | ja |
„Je nach Software“: Funktionen und Preise unterscheiden sich von Programm zu Programm. Die Kamera-App von Windows 10 und 11 liest QR-Codes und Barcodes per Webcam und zeigt das Ergebnis an.
Was passt wann?
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Viele Codes von Papier, Etiketten oder Waren
Ein Handscanner im Tastaturmodus. Kommen auch QR- oder Data-Matrix-Codes vor, ein Modell mit 2D-Imager.
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Ab und zu ein QR-Code auf Papier
Die Webcam reicht: die Kamera-App von Windows zum Anzeigen, eine Software wie Lupe, wenn das Ergebnis gleich weiterverarbeitet werden soll.
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Der Code steht schon auf dem Bildschirm
Eine Software, die direkt vom Bildschirm liest – in Lupe per Win+Umschalt+Q, ohne Kamera und ohne Handy.
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Der Inhalt soll in Excel, ins ERP-System oder in ein Formular
Ein Handscanner oder eine Software mit Tastatur-Emulation, die das Ergebnis eintippt.
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Viele Bilddateien oder Scans
Eine Software, die Dateien liest; Lupes Befehlszeile liest viele Bilder auf einmal, etwa alle PNG-Dateien eines Ordners.
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Unterwegs, ohne PC
Die Kamera-App des Smartphones.
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Linux oder Mac statt Windows
Ein Handscanner im Tastaturmodus arbeitet auch dort als Tastatur. Als Software gibt es Lupe auch für Linux und macOS, dort neuer und weniger getestet.
Häufige Fragen
Brauche ich für einen USB-Barcodescanner einen Treiber?
In der Regel nicht. Im Tastaturmodus meldet sich der Scanner als Tastatur an, und Windows bringt die nötigen Treiber selbst mit; der Code erscheint dort, wo der Cursor steht. Treiber des Herstellers braucht es höchstens für besondere Betriebsarten – und selbst für „HID POS“, mit der Programme einen Scanner direkt ansteuern, hat Windows einen eigenen Treiber.
Kann ich die Webcam als Barcodescanner nutzen?
Ja. Unter Windows 10 und 11 erkennt schon die Kamera-App QR-Codes und Barcodes. Lupe kann zusätzlich jeden erkannten Code wie ein Handscanner in das Programm im Vordergrund tippen; die Kamera-Funktion von Lupe ist allerdings bisher nur mit einer simulierten Bildquelle getestet. Am besten klappt es mit QR-Codes und groß gedruckten Strichcodes; kleine Strichcodes müssen nah an die Kamera, und eine Kamera mit Autofokus hilft.
Wie lese ich einen QR-Code vom Bildschirm, ohne Handy?
Mit einer Software, die den Bildschirm ausliest. In Lupe drücken Sie Win+Umschalt+Q und ziehen ein Rechteck um den Code – in einer PDF, einer E-Mail, auf einer Webseite oder im Videocall. Der Inhalt landet in der Zwischenablage, auf Wunsch auch als Tastatureingabe im vorherigen Fenster. Lupe ist derzeit eine Vorabversion (0.1.1). Der Download folgt mit der Veröffentlichung.
Liest jeder Barcodescanner auch QR-Codes?
Nein. Laserscanner und lineare Scanner lesen Strichcodes (1D), aber keine QR-Codes und keine Data-Matrix-Codes – dafür braucht es einen 2D-Imager, der ein Bild des ganzen Codes aufnimmt. Lupe liest beides, per Webcam, vom Bildschirm und aus Bildern.
Warum tippt der Barcodescanner falsche Zeichen, etwa Y statt Z?
Meist passt dann das Tastaturlayout des Scanners nicht zu dem von Windows. Mit dem Einstell-Barcode für das passende Länderlayout aus dem Handbuch stellen Sie den Scanner um. Lupe tippt per Unicode und hängt deshalb nicht vom Tastaturlayout ab.
Gibt es einen Barcode-Scanner für Linux oder den Mac?
Handscanner im Tastaturmodus arbeiten auch dort als Tastatur. Als Software gibt es Lupe auch für Linux (x64 und arm64, X11 und Wayland) und für macOS ab Version 12; beide Fassungen sind neuer und weniger getestet als die für Windows, auf einem echten Mac ist Lupe bisher nur gestartet worden. Der Download folgt mit der Veröffentlichung.
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QR Code ist eine eingetragene Marke der DENSO WAVE INCORPORATED. Microsoft, Windows und Excel sind Marken der Microsoft-Unternehmensgruppe, macOS und Mac sind Marken von Apple Inc., Android ist eine Marke von Google LLC, Linux ist eine eingetragene Marke von Linus Torvalds; Bluetooth ist eine eingetragene Marke der Bluetooth SIG, Inc., GS1 eine eingetragene Marke von GS1 AISBL, Unicode eine eingetragene Marke von Unicode, Inc. Sie werden nur genannt, um Funktionen und Kompatibilität zu beschreiben.
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